Von der Steinzeit zum Mittelalter
Durch das Dorf MöllenhagenMöllenhagen ist eine der wenigen Gemeinden
im heutigen Kreis Waren, die in ihrer 625jährigen Geschichte die bittere
Entwicklung der mecklenburgischen dörflich-junkerlichen Zeit ebenso
erlebte wie den unaufhaltsamen Aufstieg kleiner Manufakturbetriebe zur
Industrie.
Obwohl vor 625 Jahren in einer Urkunde erstmals schriftlich genannt,
reicht die Geschichte dieses Dorfes doch wert in die mecklenburgische
Vergangenheit zurück. Wenn auch spärlich, und nicht so zahlreich wie in
anderen Dörfern der näheren Umgebung, bezeugen Funde aus ur- und
frühgeschichtlichen Perioden, daß dieses Land um das heutige Möllenhagen
bereits in der jüngeren Steinzeit von Menschen der Trichterbecherkultur
bewohnt war. Den ältesten Zeugen für diese Siedlungsperiode bildet ein
Großsteingrab, das noch heute in der Nähe der Hauptstraße von
Möllenhagen zu finden ist. Fast unbeschädigt ist es erhalten und liegt
in einem langgestreckten Hügel verborgen. Nach Vergleichen mit bereits
untersuchten ähnlichen Gräbern handelt es sich hier um einen erweiterten
Dolmen in einem Hühnenbett. Die Grabkammer liegt mit ihrem Ende zur
Straße hin und besteht vermutlich aus drei Trägerpaaren mit drei
zugehörenden Decksteinen. Diese Anlage lieg: inmitten einer zusätzlichen
Einfassung aus großen Findlingen, von denen allerdings einer leider aus
dem Hügel herausgewühlt wurde. Derartige Großsteingräber wurden in der
Zeit von 3000 bis 1800 v. u. Z. errichtet und dienten als
Kollektivgräber für eine gesamte Sippe. Sie besaßen daher auch einen
steinernen Zugang, damit immer wieder neue Bestattungen vorgenommen
werden konnten. Ebenfalls aus dieser jüngeren Steinzeit stammt ein
Steinbeil, das östlich der Kasdorfer Wiese gefunden wurde. |
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Aus der
folgenden Bronzezeit (1800 bis 600 v. u. Z.) wurden in Möllenhagen u. a.
drei Trogmühlen geborgen, die heute im Garten von Gerhard Gieske zu
sehen sind. In derartigen Mahltrögen wurde mit Reibsteinen das Getreide
zerquetscht,
um es dann weiter zu Lebensmitteln zu verarbeiten. Zu den Funden in
Möllenhagen aus dieser Epoche zählen ferner Reste einer großen
Tonschale, die bei Meliorationsarbeiten östlich des Dorfes gefunden
wurden. Wahrscheinlich belegen diese Funde
sowie
einige große Bronzespiralen, die heute jedoch leider verschollen sind,
eine Siedlung aus jener fernen Zeit.
Auch germanische Stämme müssen hier in der Zeit von 600 v. u. Z. bis 600
n. d. Z. gesiedelt haben. Obwohl für Möllenhagen keine entsprechenden
Bodenfunde jener Epoche nachgewiesen sind, belegen das jedoch Grabfunde
aus den benachbarten Orten Klein Plasten und Groß Var-chow.
Nachdem die germanischen Volksstämme im Zuge der Völkerwanderung aus
unserem Gebiet mit hinweggespült wurden, nahmen dann ab ca. 600 u. Z.
aus dem Osten vordringende slawische Stämme Besitz von diesem nun nahezu
leeren Land, wobei sich hier vor allem der große Stamm der Obotriten
ansiedelte. Sichtbare Zeugen ihrer Siedlungszeit sind insbesondere die
zahlreichen noch bestehenden Burgwälle, die einst dem Schutz ihrer
Siedlungen, Befestigungen und Heiligtümer dienten. Ein gut erhaltener
derartiger Wall befindet sich in Möllenhagen hinter der Bushaltestelle,
leider durch eine Kleingartenanlage und die ehemalige Verwaltungsbaracke
der Konsumgenossenschaft in der Ansicht verdrängt, Dieser Burgwall (im
Volksmund heutiger Koppelberg), in dem auch verschiedene Tonscherben
gefunden wurden, die in die Zeit des 9. bis 10. Jahrhunderts u. Z.
einzuordnen sind, war ursprünglich bedeutend höher, denn eine starke
Befestigung aus Holzkammern, die mit Erde gefüllt waren, umgab seine
Innenfläche. Nach der Verrottung des Holzes floß die einstige Holz-Erde
Mauer auseinander und es entstand die heutige Hügel form. |